Seite drucken
Stadt Östringen (Druckversion)

Sehr gutes Bucheckernjahr wurde zur Gewinnung von hochwertigem Saatgut genutzt

Aus zweieinhalb Tonnen der Rotbuchenfrüchte können bis zu tausend Hektar Wald entstehen

Noch im vorigen Spätherbst sind im Östringer Stadtwald die Früchte der einheimischen Rotbuche gesammelt worden, um mit dem ausgezeichneten Samenmaterial aus einem sogenannten „Vollmastjahr“ neue Jungbestände heranziehen zu können. Das Holz des in Mitteleuropa weit verbreiteten Laubbaums, der eine Höhe von mehr als vierzig Metern erreichen kann, wird vor allem auch für den Möbel- und Treppenbau sowie für die Herstellung von Parkett sehr geschätzt.

Bereits Anfang September hatten die Mitarbeiter eines auf die forstliche Saatguternte spezialisierten Unternehmens aus dem unterfränkischen Miltenberg unter der Regie von Revierleiter Jochen Kaiser an über hundert ausgewählten Rotbuchen im Forstbezirk am Schindelberg große Netze ausgelegt, um die herabfallenden Bucheckern aufzufangen. Ende November wurden die scharf-dreikantigen und etwa eineinhalb Zentimeter großen Nüsschen dann mit Hilfe großer Handschüttelsiebe vom Laub separiert und am Ende kamen bei der Aktion etwa zweieinhalb Tonnen des wertvollen Saatguts zusammen. Im günstigsten Fall können mit dieser üppigen Bucheckernernte vom Schindelberg andernorts im Land rund eintausend Hektar Rotbuchenwälder aufwachsen.

Im Östringer Stadtwald liegt der Anteil der Rotbuche bei annähernd 35 Prozent. Knapp 70 Hektar besonders schöne Rotbuchenbestände am Schindelberg sind von der Forstverwaltung wegen ihrer überdurchschnittlichen Qualität zur forstlichen Saatgutgewinnung zugelassen. Die hier geernteten Samen sind genetisch hervorragend geeignet zur Begründung neuer Forstkulturen.

Mit der Qualität des Ernteguts vom Schindelberg waren die Forstleute nun sehr zufrieden. An anderer Stelle in Süddeutschland war das Miltenberger Unternehmen zuvor vergeblich im Einsatz – dort war ein großer Anteil der geernteten Bucheckern „taub“ oder wurmstichig gewesen, so dass sie für den vorgesehenen Zweck nicht verwendet werden konnten. 

Für die Überlassung des Samenmaterials der Rotbuchen konnte die Stadtkasse rund 5.000 Euro vereinnahmen.

br.

http://www.oestringen.de//de/buergerservice-verwaltung/aktuelles/?L=0