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Bürgerservice & Verwaltung in Östringen

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Neues Zuhause Östringen

Interviews mit Flüchtlingen Interviews mit Flüchtlingen

Das vierte Interview in der Reihe „Neues Zuhause Östringen“ stellt Lamin J. aus Gambia vor. Das Gespräch mit Lamin und seinem Arbeitgeber Frank Hildenbrand führte Kevin Forsyth, Bundesfreiwilligendienstler im Integrationsbüro.

Wann sind Sie nach Deutschland gekommen?

L: Im Frühling 2013 bin ich nach Deutschland gekommen. Das ist jetzt fast sechs Jahre her.
Zuerst war ich für zwei Monate in Karlsruhe und dann für zwei Jahre in Ettlingen. Dort habe ich eine VABO-Klasse an meiner Berufsschule besucht mit dem Ziel B1-Level in Deutsch.
Anfang 2016 bin ich schließlich nach Eichelberg gekommen.

Was machen Sie beruflich?

L: Ich bin im letzten Jahr meiner Ausbildung zum Elektroniker in Energie -und Gebäudetechnik.
Angefangen habe ich im September 2016 bei der Firma Hildenbrand Elektrotechnik GmbH in Elsenz. Nach einer Berufsberatung in Karlsruhe habe ich ein viertägiges Praktikum bei Hildenbrand gemacht. Als ich mich dort für eine Ausbildung beworben habe, wurde ich auch genommen.

H: Lamin ist jemand, der sich für die Ausbildung wirklich ins Zeug legt. Auch in der Praxis macht er eine saubere Arbeit. Man muss aber auch eingestehen, dass es bei ihm mit der Theorie hapert.
Gerade, was das Sprachliche angeht, tut er sich mit dem Stoff in der Berufsschule schwer.
Aber auch die bürokratischen Hürden machen es ihm und uns als Betrieb nicht leicht.

Welche Hürden sind das?

L: Dass ich meinen Pass alle drei Monate im Landratsamt verlängern lassen muss. Kurz vor meiner Zwischenprüfung wurde mein Pass sogar nur für einen Monat verlängert. Das ist sehr stressig für mich. Ich will mich auf das Lernen konzentrieren, aber das mit dem Pass habe ich immer im Kopf: Darf ich jetzt bleiben und meine Ausbildung zu Ende machen oder nicht?
Wie es mit der Aufenthaltserlaubnis nach der Ausbildung weitergeht, weiß ich auch nicht.

H: Die Sache mit seinem Führerschein stellt uns auch vor Schwierigkeiten. Wir müssten Lamin morgens auf die Baustelle bringen, das Werkzeug abstellen und ihn nachmittags wieder abholen.
Das kann natürlich auch keine dauerhafte Lösung sein.

L: Den theoretischen Teil meiner Führerscheinprüfung habe ich schon bestanden. Jetzt warte ich schon seit über sechs Monaten auf die Zulassung zur praktischen Prüfung.

Wo wohnen Sie zurzeit?

L: Ich wohne noch in der Anschlussunterkunft in Eichelberg. Ich habe lange versucht eine kleine Wohnung zu finden, aber noch kein Glück gehabt.

H: Glücklicherweise haben wir einen Mitarbeiter, der sich dazu bereit erklärt hat, Lamin aus Eichelberg abzuholen, und ihn nach Elsenz zur Arbeit fährt.

Was fällt Ihnen hier auf verglichen mit Ihrer Heimat Gambia?

L: In Gambia ist es sehr schwer, an eine Arbeit zu kommen, und die Bevölkerung ist arm.
Der Umgang miteinander ist auch anders. In meiner Heimat sind die Menschen sehr herzlich. Mir ist aufgefallen, dass man hier distanzierter ist. Am Anfang habe ich noch oft die Leute auf der Straße gegrüßt, wie man das in Gambia eben macht. Aber ich habe keine Antwort bekommen. Also habe ich irgendwann aufgehört zu grüßen und mich daran gewöhnt.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

L: Am Wochenende gehe ich immer Joggen. Früher habe ich noch Fußball in Weingarten und Ettlingen gespielt. Aber seit ich in der Ausbildung bin, habe ich dafür keine Zeit mehr. Ab und zu gehe ich noch in die Disco mit Freunden. Vielleicht einmal in zwei Monaten.

Über was freuen Sie sich hier?

L: Ich bin dankbar für meine Chefin und meinen Chef und das tolle Team im Betrieb. Ich habe auch eine nette Familie in meiner Nachbarschaft kennengelernt, die hat mich auch schon zum Essen eingeladen. Das hat mich sehr gefreut.

Was wünschen Sie sich?

L: Meine Ausbildung zu schaffen und hoffentlich in Deutschland bleiben zu können.