Aktuelles: Stadt Östringen

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Neues Zuhause Östringen

Autor: Anna Dezenter
Artikel vom 11.02.2019

Interviews mit Flüchtlingen

Im zweiten Interview der Reihe „Neues Zuhause Östringen“ wird Mohsen Karimi aus Afghanistan vorgestellt. Das Gespräch führte Kevin Forsyth, Bundesfreiwilligendienstler im Integrationsbüro. Er befragte Herrn Karimi zu seinem Leben in Östringen.

Wann sind Sie nach Deutschland gekommen?

Im November 2016 bin ich in Frankfurt angekommen.

Was machen Sie beruflich?

In Afghanistan habe ich als Schlosser gearbeitet. Als ich dann in Östringen war, habe ich im Tafelladen als Kassierer ausgeholfen. Jedoch habe ich das Geld zu meiner Frau nach Afghanistan geschickt. Um mehr zu verdienen, habe ich nach einer anderen Arbeit gesucht. Glücklicherweise hatte jemand bei der Tafel Kontakte zum Restaurant Mauritius in Bruchsal. Dort habe ich die ersten zwei Monate als Aushilfe gearbeitet und habe danach einen Drei-Jahres-Vertrag bekommen. Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich als Chefkoch in der Küche.

Wie wohnen Sie?

Als ich im Fahrrad-Workshop in der Gemeinschaftsunterkunft in Östringen war, hat mich Herr Kailbach vom Flüchtlingshilfeverein wegen einer freien Wohnung in Östringen angesprochen. Ein paar Tage später bin ich zur Besichtigung hingegangen und habe das Angebot angenommen.

Welche Unterschiede sehen Sie hier verglichen mit Ihrer Heimat?

Mir fällt besonders auf, dass Arme und Reiche gleich behandelt werden. Im Unterschied zu hier bekommt man in Afghanistan zu spüren, dass man eben nicht gleichgestellt ist. Hier sehe ich es Personen äußerlich nicht an, wie viel sie besitzen.
Auch ist es hier selbstverständlich, mit Menschen verschiedener Religionen unter einem Dach zu wohnen, was mir in meiner Heimat nicht möglich gewesen wäre. Ich wohne zusammen mit einer christlichen deutschen Familie in einem Haus, und wir essen oft zusammen. Hier sind die Menschen gleich, ob Muslime oder Christen, es macht keinen Unterschied.

Haben Sie Hobbys?

Es gibt einen Garten an unserem Haus, in dem ich gerne Gartenarbeit mache. Zum Fußballspielen habe ich leider keine Zeit mehr, seit ich arbeite, aber Fahrräder repariere ich immer noch gerne. Und natürlich koche ich gerne, nicht nur im Mauritius.

Was könnte Ihrer Meinung nach besser laufen?

Wenn ich abends Feierabend habe und an der Kirche vorbeilaufe, sehe ich ab und zu Jugendliche, die rauchen, oder Leute, die zu viel getrunken haben. Manchmal kommen von dort auch unschöne Kommentare, bei denen ich nur den Kopf schütteln kann.
Was ich mir wünsche, ist, dass die Anbindung nach Östringen besser wäre. Oft muss ich lange auf den Bus warten, und das Anrufsammeltaxi kann ich nicht immer nehmen.

Was gefällt Ihnen an Östringen?

Es ist angenehm ruhig hier und nicht so überfüllt wie in den Großstädten. Die Leute sind einfach nett zueinander und es ist sauber hier. Ich kann mir nicht vorstellen wegzuziehen.