Aktuelles: Stadt Östringen

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Gefangen vom Zauber der klassischen Drehorgelmusik

Hans-Joachim Blatz, Martin Junger und Heinz Ott begeistern bei einem Konzert in der Pfarrkirche St. Cäcilia

Man kennt doch den Leierkastenmann mit seinem Zylinderhut aus längst vergangener Zeit vom Jahrmarkt und von der Straßenecke, wo sich das Instrument mit schrillen Tönen und liebenswerten Melodien gegen den Lärm der Umgebung zu behaupten suchte. Aber geht das, die Drehorgel in den Kirchenraum zu holen? Geht das, „Toccata und Fuge d-moll“ von Johann Sebastian Bach von der großen Kirchenorgel auf die wesentlich kleinere Drehorgel zu übertragen? Und wie das geht! Die drei Drehorgelspieler Dr. Hans-Joachim Blatz (Östringen), Dipl.-Phys. Martin Junger (Frankenthal) und Heinz Ott (Bruchsal) lockten aus Anlass des 1250-jährigen Jubiläums der Stadt Östringen viele Zuhörer in die Pfarrkirche St. Cäcilia. Verknüpft wurde dieses außergewöhnliche Konzert mit einer guten Tat: Die Eintrittsspenden kommen zu gleichen Teilen der Renovierung der Kirche St. Cäcilia und der Bürgerstiftung Östringen zugute.

Dass das Trio der Drehorgelspieler trotz ihrer im Gegensatz zur Kirchenorgel handlichen Instrumente dennoch Raum füllende, erhabene, festliche Klänge erzeugte, war schon eine Überraschung, wobei der weite und hohe Kirchenraum von St. Cäcilia mit seiner ausgezeichneten Akustik wesentlichen Anteil an dieser klangvollen Darbietung hatte. Darüber hinaus besitzt das Trio besonders weich intonierte Instrumente mit großem Tonumfang und feinem, kammermusikalischem Klang. So viel Strahlkraft, solche unvermutete Tonvielfalt, das überraschte.

Mit sehr viel Feingefühl hatten die drei Künstler auch das vielseitige Programm mit zahlreichen „Ohrwürmern“ zusammengestellt. Da erklangen Werke aus der Barockzeit von Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Carl Friedrich Christian Fasch, aus der Klassik mit den bekannten Meistern Wolfgang Amadeus Mozart, Josef Haydn, Ludwig van Beethoven und aus der Zeit der Romantik mit Jaques-Nicolas Lemmens und Cesar Franck. Auch die Reihenfolge der Werke hatte man mit Bedacht gewählt. Auf festliche Trompetenklänge wie der „Feuerwerksmusik“ von Händel und „Trumpet Voluntary“ von Clarck folgten getragene Weisen wie Teile aus der „g-moll-Sinfonie Nr. 40“ von Mozart, ein „Andante“ von Beethoven oder das „Panis angelicus“ von Cesar Franck.

Unter den dargebotenen Werken waren auch Highlights aus verschiedenen Oratorien: „Einzug der Königin von Saba“ aus Händels „Salomon“, „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus der „Schöpfung“ von Haydn sowie das „Halleluja“ aus Händels „Messias“. Im Reigen der Klassiker durfte auch Mozarts „Ave verum corpus“ nicht fehlen, die berühmteste Vertonung des mittelalterlichen Hymnus, den der Komponist ein knappes halbes Jahr vor seinem frühen Tod vertonte. Die Melodienvielfalt war schon grandios.

Doch die Musiker beließen es nicht allein beim Musizieren. Martin Junger führte durch das Programm und erläuterte zwischendurch auch die Technik der Drehorgel und erzählte den Zuhörern, dass selbst Bach, Mozart und Haydn speziell Stücke für Drehorgel schrieben. Das Unternehmen Raffin aus Überlingen am Bodensee hat sich auf den Bau von Drehorgeln spezialisiert, und solche Instrumente bedienten am Sonntag auch die drei Solisten des Kirchenkonzerts. Die Trompetenorgel von Hans-Joachim Blatz ist mit 31 Tonstufen, 119 Pfeifen und sechs schaltbaren Registern ausgestattet, was eine exklusive  Klangvielfalt garantiert. Die Ausdruckskraft der außergewöhnlichen Register lässt keine Wünsche offen. Der weiche, aber durchdringende Klang der Trompeten eignet sich besonders gut für festliche Auftritte im Kirchenraum.  Die Drehorgel von Martin Junger erweist sich als grandioses Orchester mit Trompeten, Violinen und Flöten, bestehend aus 20 Tonstufen, 78 Pfeifen und sechs schaltbaren Registern.

Die Zungenorgel von Heinz Ott besitzt 31 Tonstufen, 62 Zungen und versprüht mit ihren virtuosen Akkordeonklängen einen französischen Charme. Von der Qualität her haben alle drei Drehorgeln die Qualität einer kleinen Kirchenorgel, sodass bei diesem klassischen Konzert die musikalischen Möglichkeiten sehr vielfältig sind, zumal dann, wenn die Register gekonnt eingesetzt werden. Durch das Drehen wird im Blasebalg Luft für die Pfeifen erzeugt, die noch immer über ein Lochband gesteuert werden. Die Drehorgeln im Duett synchron zu spielen, erfordert viel Erfahrung, Konzentration und Einfühlungsvermögen. Wie prächtig das funktioniert, bewiesen Hans-Joachim Blatz und Martin Junger beim „Alleluja“ aus „Exultate, jubilate“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Beim abschließenden Lied „Danke für diesen schönen Abend“ wurden die Besucher als Mitsing-Chor in das musikalische Geschehen eingebunden. Es war gleichzeitig ein Lob an Gott wie auch ein Dank an die Musiker für einen außergewöhnlichen Musikgenuss.

rka