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Artikel vom 26.05.2019

Platz am Flurkreuz auf dem Waldbuckel neu hergerichtet

Östringer Ministranten bewältigten erfolgreich ihr 72-Stunden-Projekt

Die 72-Stunden-Aktion der Messdiener aus der Seelsorgeeinheit Östringen wurde am Wochenende ein voller Erfolg. 30 Mädchen und Jungen aus allen vier Stadtteilen schufteten drei Tage für die Stadtgemeinschaft. Sie schaufelten um das Liebler-Kreuz auf dem Waldbuckel und gestalteten eine Anlage mit Pflastersteinen und Pflanzen, die optisch und funktional etwas her macht.

Am Donnerstag Punkt 17.07 Uhr, hatten die Freiwilligen auf dem Kirchplatz im Umschlag die vom städtischen Bauamt ausformulierte Aufgabe von Bürgermeister Felix Geider überreicht bekommen. Anschließend begutachteten die Heranwachsenden auf dem Waldbuckel die Möglichkeiten der Verwirklichung. Anhand einer von Jule Bachstädter und Dominik Himmelsbach erarbeiteten Planskizze erläuterte Bauamtsleiter Michael Stadtmüller die Details.

Pastoralreferent Johannes Riebel koordinierte bei dem 72-Stunden-Projekt die Abläufe, indem er Kontakte zu Handwerkern herstellte und die Materialbeschaffung ermöglichte.

Beim Bau der Straße nach Rettigheim vor 5o Jahren wurde der Sandsteinsockel des Kreuzes am Östringer Waldbuckel zugeschüttet. Der ehemalige Messner Karl Hassfeld mahnte die Stadt, den Sockel freizulegen, damit er nicht verwittert. Am Metallkreuz mit Korpus blätterte die Farbe ab, der Rost nagte am Eisen. Der Freundeskreis des städtischen Heimatmuseums nahm sich der Sache an und entwickelte zusammen mit dem Bauamt Lösungsmöglichkeiten. Helmut Essert, im Freundeskreis zuständig für Kleindenkmale, bezog das Denkmalamt und Fachfirmen in die Planungen mit ein.

"Uns schickt der Himmel", stand auf den T-Shirts der Ministranten. Die Gesandten des Himmels schafften Erdreich weg, planierten das Terrain, füllten Splitt ein, verlegten Pflastersteine, stellten Bänke auf und bepflanzten die Böschung. Bagger und Lastwagen kamen zum Einsatz. Das Kreuz ließen die findigen Altardiener von der Gipserfirma Fellhauer abdampfen. "Mir tun alle Knochen weh", klagte Lena in der Essenspause.

Nachdem das Werk vollendet war, berichteten die stolzen Messdiener am Sonntag im Jugendgottesdienst im Rollenspiel zu Bildern der versammelten Gemeinde von ihrem anstrengenden Wochenende. Am Nachmittag übergaben sie es der Öffentlichkeit. Der Bürgermeister spendete reichlich Lob und lud die Mitglieder der Projektgruppe zum Eis essen ein. Stefan Bachstädter vom Freundeskreis erzählte die Geschichte des Kreuzes. Hermann Liebler, der in USA zu Wohlstand gekommen war, ließ es anlässlich eines Heimatbesuchs im Jahre 1866 auf seine Kosten errichten. Nur 18 Jahre später wurde das unansehnliche Kreuz vom Sockel genommen und durch ein Metallkreuz aus dem Eisenwerk in Immendingen ersetzt. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs beschossen Tiefflieger das Instandsetzungsbatallion im nahen Wald. Von diesem Angriff stammt ein Projektil, das bis heute im Schriftfeld des Sockels des Liebler-Kreuzes steckt.

Pfarrer Thomas Glatzel segnete nun das Kreuz und ebenso die neu befestigte und hergerichtete Grünanlage mit zwei Ruhebänken, die nun wieder die Passanten zum Verweilen einlädt. Glatzel schlug vor, das Areal "Mini-Platz" zu nennen, von Ministranten abgeleitet. Für die Messdiener-Gruppe bedankte sich Michelle Mangang herzlich bei Thomas Reinhard, dem Vater einer Ministrantin, der gleich zu Beginn der Aktion die Überforderung der Jugendlichen erkannt und das Heft in die Hand genommen hatte. "Ohne Sie hätten wir es nicht geschafft!", hob Michelle Mangang hervor.

Nachdem die Umgebung des markanten Flurdenkmals auf dem Waldbuckel jetzt in frischem Glanz erstrahlt, muss auch das Kreuz selbst noch zeitnah von fachmännischer Hand überarbeitet werden.

br.

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