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Artikel vom 12.11.2018

Hermine Görlich aus Östringen feierte ihren 100. Geburtstag

Bunte und facettenreiche Biografie

„In Maßen alles gegessen und getrunken“ / Görlich flüchtete im November 1956 aus Ungarn

Ein Jahrhundert Lebenszeit gehört trotz gestiegener Erwartung nach wie vor zu Raritäten. Wenn eine Jubilarin indes anlässlich des 100. Geburtstages geistige Frische und gedankliche Beweglichkeit in hohem Maße produziert wie Hermine Görlich, so kommt deren Konstitution fast einem kleinen anatomischen Wunder gleich. Am Samstag blickte das Geburtstagskind, das am 10. November 1918 in Parabutsch als Donauschwäbin das Licht der Welt erblickte, in Östringen auf eine solch stolze Anzahl an Jahren zurück. Und die Biografie der Jubilarin, die seit 14. November 1956 nach ihrer Flucht aus Ungarn in der Kraichgaugemeinde lebt, ist so bunt und facettenreich wie ein Bestseller auf dem Literaturmarkt.

Als Einzelkind eines Lehrers und der Besitzerin einer Gemischtwarenhandlung in der Batschka geboren, heiratete die 18-jährige Hermine Becker den fünf Jahre älteren Josef Görlich, nachdem sie in einer serbischen Schule die mittlere Reife erlangt hatte. Das Schicksal der Vertreibung hatte sie zunächst 1944 nicht verschont. Ihr Mann war nach russischer Gefangenschaft in die Bundesrepublik übergesiedelt und unterrichtete von 1951 bis 1977 in der Östringer Grundschule.

In der 1950er Jahren gelangte die Jubilarin auf abenteuerliche Weise samt Tochter und Sohn über die Grenze nach Österreich. In Östringen wurde heute sie schnell heimisch – ohne indessen ihre Heimat zu vergessen. Einen Tag nach der diamantenen Hochzeit verstarb Ehemann Josef im Jahre 1997, Tochter Irmgard ein Jahr darauf als 59-Jährige. Derartige Schicksalsschläge raubten der Jubilarin freilich nicht jeglichen Lebensmut.

„Mit den Östringern bin ich immer klar gekommen, hier habe ich viele Freunde gefunden“, beschreibt sie das Verhältnis zu Bewohnern im Kraichgauort. Gleichwohl pflegt sie nach wie vor gedanklich Reminiszenzen an ihre Heimat - ohne Groll und Verbitterung, ohne jemals wieder die Stätten ihrer Kindheit besucht zu haben. Für die Frau, die einst im Internat das strikte Einhalten von Regeln vermittelt bekommen hatte, ist nach wie vor täglich um 23.30 Uhr Bettruhe angesagt. Politische Sendungen im Fernsehen verpasst sie so gut wie nie. Eine besondere Diät hat Hermine Görlich sich nur so weit zu Eigen gemacht: „Ich habe bisher in Maßen alles gegessen und getrunken, was mir geschmeckt hat - dazu täglich zwei Achtel Wein.“

Zum besonderen Ehrentag galten ihr nun vor allem die guten Wünsche ihres Sohnes samt Schwiegertochter sowie der drei Enkel und sieben Urenkel. Auch Bürgermeister Felix Geider machte der Jubilarin seine Aufwartung und gratulierte im Namen der Stadt sowie der ganzen Einwohnerschaft herzlich zum rundesten aller nur denkbaren Wiegenfeste. (go. / br.)

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