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Artikel vom 18.09.2021

Überarbeitete Corona-Verordnung in Kraft getreten – Update Corona 18.9.2021

Warn- und Alarmwerte sollen Gesundheitssystem vor Überlastung schützen

Die Landesregierung hat zwischenzeitlich die Corona-Verordnung für Baden-Württemberg am 15.9.2021 mit Wirkung ab 16.9.2021 aktualisiert und damit zusammenhängend neue Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus in Kraft gesetzt. Es gelten nun wieder strengere Regeln, um einer sich ansonsten bereits abzeichnenden Überlastung der Gesundheitssysteme entgegenzuwirken. Für Personen, die weder geimpft noch von einer Corona-Erkrankung genesen sind, gelten abhängig von der Belegung der Krankenhäuser beziehungsweise der Intensivstationen weitergehende Einschränkungen. Die aktuelle Fassung der Corona-Verordnung für Baden-Wüttemberg ist hier verfügbar.

Nach Maßgabe der jüngsten Modifizierung des Infektionsschutzgesetzes des Bundes wird ab sofort nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz bei Neuinfektionen die maßgebliche Größe für Corona-Schutzmaßnahmen sein, sondern die Situation in den Krankenhäusern. In der neuen Corona-Verordnung des Landes wurden dazu konkrete Warn- und Alarmwerte festgelegt, ab denen Einschränkungen für nicht geimpfte bzw. genesene Personen vorgesehen sind. Die Warn- und Alarmwerte werden landesweit und nicht mehr regional ermittelt und ggf. ausgelöst.

Demnach gilt die Warnstufe, wenn die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) den Wert von 8,0 erreicht oder überschreitet oder ab 250 COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen.

Die Alarmstufe tritt in Kraft, sobald die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Anzahl der stationär zur Behandlung aufgenommenen Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) den Wert von 12,0 erreicht oder überschreitet oder ab 390 COVID-19-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen.

Maßgeblich für das Inkrafttreten der Vorgaben für die Warn- bzw. Alarmstufe sind jeweils die vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg veröffentlichten Daten. Für ein Eintreten der jeweiligen Stufe ist erforderlich, dass die für eine Stufe maßgebliche Zahl der Hospitalisierungs-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Werktagen oder dass die Auslastung der Intensivbetten an zwei aufeinander folgenden Werktagen erreicht oder überschritten wurde. Die nächstniedrigere Stufe tritt ein, wenn die für eine Stufe maßgebliche Zahl an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unterschritten wurde. Samstage, Sonn- und Feiertage unterbrechen die Zählung der maßgeblichen Werktage nicht. Die in der Verordnung geregelten Maßnahmen der jeweiligen Stufe gelten ab dem Tag nach der Bekanntmachung. 

Je nach erreichter Stufe werden in bestimmten Lebensbereichen verschiedene Maßnahmen ergriffen. Zum Beispiel sind in bestimmten Zusammenhängen in der Warnstufe PCR-Tests für Personen vorgesehen, die weder geimpft noch genesen sind, bzw. in der Alarmstufe die sogenannte 2G-Regelung, also geimpft oder genesen. Ausnahmen, etwa bei der PCR-Test- und 2G-Regelung, soll es selbstverständlich für Personen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können oder noch nicht ausreichend Zeit für eine Impfung hatten, beispielsweise Schwangere und Stillende sowie Kinder und Jugendliche.

Für private Zusammenkünfte und Veranstaltungen gilt beispielsweise, dass sie in der Warnstufe nur mit Angehörigen eines Haushalts und fünf weiteren Personen sowie in der Alarmstufe nur mit Angehörigen eines Haushalts und einer weiteren Person zulässig sind.

„Mit der überarbeiteten Corona-Verordnung bereiten wir uns auf den Ernstfall vor“, hatte Gesundheitsminister Manne Lucha schon am zurückliegenden Wochenende angekündigt: „Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Infektionen derzeit fast ausschließlich unter den nicht geimpften Menschen stattfinden. Aus den baden-württembergischen Krankenhäusern wiederum erfahren wir, dass mehr als 90 Prozent der Menschen, die mit einem schweren Verlauf auf den Intensivstationen liegen, keinen Impfschutz haben. Deshalb müssen die Maßnahmen bei und nicht zuletzt zum Schutz jener Personengruppe ansetzen, die maßgeblich zum Infektionsgeschehen und der Belastung des Gesundheitssystems beiträgt. Unser Ziel ist es, die Überlastung des Gesundheitssystems in jedem Fall zu verhindern und damit Leben zu retten. Das gilt nicht nur für COVID-19-Patientinnen und -Patienten, die sonst Gefahr liefen kein Intensivbett mehr bekommen, sondern auch alle übrigen Menschen mit schweren Erkrankungen, zum Beispiel Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Auch die Behandlung solcher Krankheiten muss weiter sichergestellt sein.“

Die 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz sowie die Zahl der COVID-19-Fälle auf den Intensivstationen veröffentlicht das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg in seinem regelmäßigen Lagebericht. Der Lagebericht sowie ergänzende Informationen zum Infektionsgeschehen sind im Internet tagesaktuell unter www.gesundheitsamt-bw.de verfügbar. Im Lagebericht für den 17.9.2021 gibt das Landesgesundheitsamt eine 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz von 2,13 bekannt und weiter, dass derzeit auf den Intensivstationen der Krankenhäuser im Land 204 COVID-19-Patienten registriert sind. 

Die Lagekarte zur COVID-19-Situation im Landkreis Karlsruhe ist auf dem gemeinsamen Corona-Informationsportal der Stadt Karlsruhe und des Landkreises Karlsruhe (www.corona.karlsruhe.de) einsehbar. Für den Bereich der Stadt Östringen sind derzeit (18.9.2021, 00.00 Uhr) 39 aktive Corona-Infektion registriert. Seit Beginn der Epidemie im März 2020 sind für Östringen 738 Infektionen mit dem Coronavirus erfasst worden. Die 7-Tage-Inzidenz lag am 17.9.2021, 16 Uhr, im Landkreis Karlsruhe bei 99,8. Zum selben Zeitpunkt lag die 7-Tage-inzidenz im Stadtkreis Karlsruhe bei 71,7. Für den Rhein-Neckar-Kreis ist aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 78,8 gemeldet, für die Stadt Heidelberg eine solche von 80,0.

Auf dem Internetportal www.corona.karlsruhe.de sind weitergehende Informationen zum regionalen Infektionsgeschehen verfügbar. br.

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