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Städtische Eigenbetriebe schulterten große Investitionen
Vielfältige Herausforderungen in der Zukunft
Anlässlich der Feststellung der Jahresabschlüsse der beiden kommunalen Eigenbetriebe Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung für die Rechnungsperiode 2025 ließ sich jetzt der Östringer Gemeinderat über die jeweilige Geschäftsentwicklung informieren.
Wie die stellvertretende Stadtkämmerin Nadine Vetter bei der Gemeinderatssitzung informierte, lieferte der Eigenbetrieb Wasserversorgung 2025 insgesamt 695.820 Kubikmeter Trinkwasser an die Gebührenzahler, somit vor dem Hintergrund der sehr trockenen Witterung über die Sommermonate des vorigen Jahres knapp 26.000 Kubikmeter mehr als ursprünglich vorausgeplant.
Zugleich bezog der Eigenbetrieb im zurückliegenden Wirtschaftsjahr vom Zweckverband Gruppenwasserversorgung Hohberg 698.966 Kubikmeter Wasser und aus dem stadteigenen Brunnen am östlichen Siedlungsrand von Odenheim wurden weitere 32.351 Kubikmeter gefördert, sodass dem Eigenbetrieb insgesamt 731.317 Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung standen. Aus der Differenz der Bezugsmengen zur Wasserlieferung an die privaten und gewerblichen Endverbraucher ergibt sich somit rechnerisch im Berichtszeitraum ein vergleichsweise niedriger Wasserverlust von 4,85 Prozent.
Der Lagebericht des Eigenbetriebs zum Jahresabschluss 2025 gibt Auskunft, dass in den öffentlichen Wasserversorgungssystemen im Stadtgebiet insgesamt 51 Rohrbrüche lokalisiert und vom Betriebspersonal mit Unterstützung der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs instandgesetzt wurden.
In dem vor mittlerweile zehn Jahren neu gebildeten Geschäftszweig der Nahwärmeversorgung verwaltet und betreut der Eigenbetrieb Wasserversorgung den Ausbau des klimafreundlichen Nahwärmenetzes in den zentralen Siedlungsgebieten des Kernorts. In den seit 2021 angeschlossenen Haushalten und Einrichtungen, darunter große öffentliche Verbraucher wie das Bildungszentrum, die Hermann-Kimling-Halle, das Rathaus sowie mehrere Kindergärten, konnten über das Nahwärmenetz zuletzt bis zu 65 Prozent des Wärmebedarfs durch regenerative Energieträger gedeckt werden.
Die technischen Anlagen des Eigenbetriebs Wasserversorgung umfassen unter anderem Wasserleitungen mit einer Streckenlänge von 104 Kilometern, zwei Hochbehälter und ein Pumpwerk für Trinkwasser sowie das an den Energieversorger enercity GmbH verpachtete Nahwärmenetz mit einem 3,9 Kilometer langen Leitungssystem und einer Heizzentrale in der Nachbarschaft zum Leibniz-Gymnasium.
Im Vergleich der Erträge und Aufwendungen weist der Eigenbetrieb Wasserversorgung im Jahresabschluss 2025 einen Verlust in Höhe von rund 290.000 Euro aus. Die Investitionen des Eigenbetriebs in einer Größenordnung von insgesamt mehr als 100.000 Euro bezogen sich unter anderem auf Arbeiten an den Wasserleitungssystemen in der Keltergasse, in der Unteren Klosterstraße, in der Kuhngasse und im Finkenweg und außerdem auf die Erneuerung von Druckminderern und Schachtbauwerken sowie auf den Erwerb einer Desinfektionsanlage für Standrohre.
Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung bewältigte 2025 die Entsorgung und Reinigung einer Schmutzwassermenge von knapp 614.000 Kubikmetern.
Im laufenden Geschäftsbetrieb wurde 2025 ein Gewinn in Höhe von etwas mehr als 110.000 Euro erzielt, während sich die Investitionen in der Wirtschaftsperiode in Höhe von etwa 1,12 Millionen Euro vor allem auf die Sanierung der Kläranlage in der Kernstadt, auf die Herstellung des neuen Regenklärbeckens für das Industriegebiet sowie auf Kanalbauarbeiten in der Keltergasse, Unteren Klosterstraße, Forsthausstraße und Hauptstraße bezogen.
Der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung betreut eine Vielzahl abwassertechnischer Einrichtungen, darunter Kanalsysteme mit einer gesamten Streckenlänge von 93,3 Kilometern in allen Stadtteilen, außerdem die beiden Kläranlagen in Östringen und Odenheim und darüber hinaus insgesamt 21 Bauwerke zur Regenwasserbehandlung, neun Regenwasserrückhaltungen sowie vier Abwasserpumpwerke.
Beide kommunalen Eigenbetriebe der Stadt Östringen stehen auch in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen, so beispielsweise durch die zu erwartenden Finanzierungsanteile für den anstehenden Bau der zweiten Versorgungshauptleitung des Zweckverbands Gruppenwasserversorgung Hohberg beziehungsweise durch die Herstellung einer Verbindungsleitung von der Kläranlage Östringen zur Kläranlage Kronau des Abwasserzweckverbands Kraichbachniederung, dem Östringen im Januar 2022 beigetreten ist.
br.







