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In Östringen sind 84 ausländische Nationalitäten vertreten
Seit mittlerweile zehn Jahren widmet sich die Stadt Östringen auf Basis eines eigenen kommunalen Konzepts in verstärktem Maß den vielfältigen Fragen rund um eine gelingende Eingliederung von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Religionen und Kulturen in die Einwohnergemeinschaft. Die städtische Integrationsbeauftragte Daniela Blech-Straub präsentierte jetzt dazu dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung den aktuellen Fortschrittsbericht zu den Themenkreisen Migration, Integration und Flüchtlingsaufnahme.
Wie Blech-Straub informierte, hatten Ende 2025 rund 16,1 Prozent der insgesamt 13.600 in Östringen lebenden Einwohnerinnen und Einwohner keinen deutschen Pass, im Dezember 2020 waren dies noch 14,4 Prozent gewesen. Der Anteil von insgesamt 2.149 Ausländerinnen und Ausländern an der städtischen Gesamtbevölkerung lag damit allerdings auch zuletzt weiterhin unter den entsprechenden Quoten für Baden-Württemberg (19,5 Prozent) beziehungsweise für Deutschland (16,85 Prozent).
Beim Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner mit einem Migrationshintergrund an der Gesamtbevölkerung hat sich der Trend der Vorjahre fortgesetzt. Während 2021 insgesamt 26,9 Prozent der in der Stadt lebenden Personen entweder selbst oder mindestens ein Elternteil nicht in Deutschland geboren waren, lag diese Quote im vorigen Jahr bei 29,3 Prozent, damit allerdings weiterhin unter dem Durchschnitt von 30,1 Prozent für den Landkreis Karlsruhe.
Den höchsten Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund gibt es in Östringen mit 48,6 Prozent in der Altersgruppe von 0 bis 16 Jahren, den niedrigsten mit 13,5 Prozent bei den Einwohnerinnen und Einwohnern, die 65 Jahre oder älter sind. Wie die städtische Integrationsbeauftragte Blech-Straub in ihrem Report diesbezüglich hervorhob, lässt sich jedoch aus der vergleichsweise hohen Quote bei Kindern und Jugendlichen wenig zum tatsächlichen Integrationsbedarf ableiten, zumal ein großer Teil dieser Einwohnergruppe mit Migrationshintergrund in Familien aufwächst, die schon viele Jahre in Deutschland leben und längst ein selbstverständlicher Teil der Zivilgesellschaft geworden sind.
Bei einer Differenzierung der insgesamt 84 in Östringen vertretenen Nationalitäten stellen bei den Einwohnerinnen und Einwohnern ohne deutschen Pass rumänische Staatsangehörige mit 288 Personen oder umgerechnet 13 Prozent unverändert den größten Anteil, gefolgt von 239 Personen mit türkischer und 231 Personen mit italienischer Staatsangehörigkeit. Als Auswirkung des Kriegs im Osten Europas folgen inzwischen 184 Menschen mit ukrainischer Staatsangehörigkeit bereits an vierter Stelle, während auf den weiteren Plätzen Kroatien (159 Personen), Portugal (153) und Polen (148) rangieren. Die weiteren Herkunftsnationalitäten sind rund um den Globus verortet, so kommt beispielsweise jeweils eine Einwohnerin beziehungsweise ein Einwohner aus der Mongolei, aus Paraguay, aus Kap Verde, aus Tadschikistan oder von der Karibikinsel St. Lucia.
In der Kernstadt Östringen liegt der Anteil von Menschen ohne deutschen Pass aktuell bei 19 Prozent, in Tiefenbach sind es 18 Prozent, in Eichelberg 11 Prozent und in Odenheim 10 Prozent.
Im Jahr 2024 sind von den zuständigen staatlichen Behörden 25 in der Stadt Östringen lebende Personen eingebürgert worden, 2025 waren es nochmals weitere 20 Personen.
In den städtischen Wohnunterkünften für die kommunale Anschlussunterbringung von Flüchtlingen lebten am zurückliegenden Jahreswechsel insgesamt 110 vom Landratsamt Karlsruhe zugewiesene Personen, somit 36 mehr als zwei Jahre zuvor. In den Flüchtlingsquartieren im Stadtgebiet nahm die Diversität der Herkunftsländer im Vergleich zur vorangehenden Berichterstattung weiter zu. Dabei ist die Anzahl ukrainischer Flüchtlinge (derzeit noch 36 Menschen) rückläufig, weil einerseits die Zahl der Personen aus der Ukraine, die in Deutschland Schutz suchen, generell sinkt und auch deswegen, weil viele Ukrainerinnen und Ukrainer im neuen Umfeld recht schnell privaten Wohnraum gefunden haben beziehungsweise - in einigen Fällen - auch in ihre Heimat zurückgekehrt sind.
Weitere hauptsächliche Herkunftsländer in den Östringer Flüchtlingsunterkünften sind die Türkei (12 Personen), Syrien (11 Personen) und Nigeria (9 Personen).
Als besondere Schwerpunkte ihrer kommunalen Integrationsarbeit nannte Daniela Blech-Staub jetzt unter anderem die Unterstützung der Sprachförderung in den Kindergärten sowie an den Schulen, die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zur gesellschaftlichen Integration sowie die aktive Einbindung von Migrantinnen und Migranten in die vor Ort vorhandenen Strukturen des bürgerschaftlichen Engagements.
Im Oktober beteiligt sich Östringen unter der Regie der städtischen Integrationsbeauftragten einmal mehr mit zahlreichen Veranstaltungen an den bundesweiten „Tagen der Vielfalt“, bei denen besonders Diskriminierungsfreiheit, Inklusion und Diversität in der Arbeitswelt sowie in der Gesellschaft in den Blick genommen werden.
Der vollständige `Fortschrittsbericht Integration 2026´ der Stadt Östringen ist hier verfügbar.
br.








