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Das Anruf-Sammeltaxi wird von „MyShuttle“ abgelöst
Neues ÖPNV-Angebot für publikumsärmere Randzeiten
In der Systematik des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist es nicht überall wirtschaftlich vertretbar, einen Linienverkehr mit Bus oder Bahn auch in den sogenannten "Schwachlastzeiten" in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende anzubieten. In der Region Östringen - Bad Schönborn - Kronau wurde das reguläre fahrplanmäßige Beförderungsangebot des ÖPNV bislang auf Basis einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung mit einem privaten Taxi-Unternehmen über viele Jahre hinweg durch das sogenannte Anruf-Sammeltaxi (AST) „Vorderer Kraichgau“ ergänzt, dessen Betrieb nun allerdings noch im Laufe des Jahres eingestellt wird.
Zur Kompensation und weiteren schrittweisen Verbesserung des Mobilitätsangebots in der Region wird nun bereits zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2026 in Östringen das Konzept „MyShuttle“ eingeführt, das gaben jetzt bei der zurückliegenden Gemeinderatssitzung Bürgermeister Felix Geider, Verkehrsplaner Felix Heller vom Karlsruher Verkehrs-Verbund (KVV) sowie Jonathan Baumgarten vom Amt für Mobilität und Beteiligungen des Landratsamts Karlsruhe bekannt.
Bei MyShuttle handelt es sich um einen bedarfsgesteuerten sogenannten On-Demand-Verkehr, der vom Landkreis zusammen mit dem KVV und weiteren Kooperationspartnern organisiert wird. Das neue Angebot ist, im Gegensatz zum AST-Verkehr, fester Bestandteil des ÖPNV-Konzepts in der Region, so dass Tickets für Fahrten mit MyShuttle folglich ohne Aufpreis oder Zuzahlung zum KVV-Tarif verfügbar sind.
„Nach dem absehbaren bevorstehenden Auslaufen des Kontrakts zum Betrieb des Anruf-Sammeltaxis bekommen wir MyShuttle in Östringen nun ein Jahr früher als ursprünglich geplant“, hob Bürgermeister Geider jetzt bei der Aussprache im Gemeinderat hervor und dankte damit verbunden den Verantwortlichen beim Landkreis sowie beim Karlsruher Verkehrsverbund für die gute Kooperation in der Angelegenheit.
Ein kleiner „Wermutstropfen“ bleibt für Östringen dennoch, denn die vollständige verkehrliche Wirkung für die Kraichgaustadt mit Bus und MyShuttle „aus einem Guss“ wird erst zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 erreicht werden, wenn manche Verbesserungen eben erst mit der zu diesem Zeitpunkt vorgesehenen Aktivierung des neuen Linienbündels Kraichtal greifen.
Für das Bedienangebot MyShuttle werden im gesamten Östringer Stadtgebiet insgesamt 220 echte und virtuelle Haltestellen eingerichtet. Bei virtuellen Haltestellen, die keine Markierung oder Ausstattung vor Ort haben, handelt es sich um im KVV-System hinterlegte Adressen, an denen ein Fahrgast abgeholt oder abgesetzt werden kann. Insgesamt sorgt das neue Konzept dafür, dass es im seltensten Fall zu längeren Fußwegen von mehr als 150 Metern kommt.
Bei der Gemeinderatssitzung in Östringen hieß es nun weiter, dass die geräumigen und flexiblen MyShuttle-Fahrzeuge an allen Wochentagen ab 20 Uhr verfügbar sein werden, und zwar freitags und samstags bis 2 Uhr in der Nacht, ansonsten bis 0 Uhr.
Wie nun von den Vertretern des Verkehrsverbunds und des Landratsamts außerdem hervorgehoben wurde, weist MyShuttle mehr Buchungskanäle auf als beispielsweise das Anruf-Sammeltaxi. Bei der App-Buchung können den Fahrgästen zur Buchung beispielsweise auch Echtzeitinformationen und Routendarstellungen auf Kartenbasis angezeigt werden.
Eine Buchung bei MyShuttle wird nach den Angaben von Verkehrsplaner Heller spontan, aber auch bis zu 48 Stunden im Voraus möglich sein, und pro Fahrt können bis zu sechs Fahrgäste berücksichtigt werden. Bezahlt werden können die Fahrten in den Buchungsapps KVV.easy und KVV.regiomove, in den Fahrzeugen selbst gibt es allerdings keine Bezahlmöglichkeit mehr.
Seit der erstmaligen Einführung im Sommer 2019 im Raum Ettlingen ist das System MyShuttle im Landkreis Karlsruhe sukzessive weiter ausgebaut worden und in der Zwischenzeit konnten mit dem neuen, weitestgehend digital organisierten Mobilitätsangebot bereits rund 700.000 Fahrten abgewickelt werden.
Von den Mitgliedern des Östringer Gemeinderats wurde die schnelle Reaktion der Stadt, des Landkreises und des KVV auf das bevorstehende Auslaufen des Kontrakts zum Betrieb des Anruf-Sammeltaxis jetzt einhellig grundsätzlich begrüßt. Bedarf und Spielraum für weitere Optimierungen von MyShuttle, so beispielsweise in Bezug auf die ÖPNV-Verbindungen zwischen den kleineren Stadtteilen und dem Kernort Östringen an Samstagen und Sonntagen, wurde gleichwohl durchaus gesehen.
br.







