Hauptbereich
Vier Frühlingsbotschafter künden vom Beginn des Wonnemonats
Das Östringer Maibaum-Quartett ist wieder komplett
Der festlich geschmückte Maibaum ist ein sichtbares Zeichen, dass der Lenz Einzug in die Natur hält und diese zu neuem Leben erwacht. Auch in Östringen standen nun in allen Stadtteilen schon am Vorabend des Maifeiertags die prächtig gezierten Brauchtumsgewächse in der Senkrechte. Nachdem der Eichelberger Frühlingsbotschafter bereits am vorangegangenen Wochenende aufgestellt worden war, wurden jetzt die Bäume in Östringen, Tiefenbach und Odenheim mal mit Muskelkraft und mal mit Maschinentechnik aufgerichtet.
In der Kernstadt wurde die formidable Kultpflanze mit den Zunftzeichen der ortsansässigen Handwerkerschaft zum Auftakt des zweitägigen Maifests des Musikvereins mit schwungvoller Blasmusik von der Feuerwehr über die Hauptstraße zu seinem Standort auf dem Löwenplatz geleitet und dort von Mitarbeitern des städtischen Bauhofs mit Unterstützung eines Kranfahrzeugs in die Höhe gehievt. Zu der Zeremonie konnte die 1. Vorsitzende Sarah Golling zahlreiche Gäste willkommen heißen und gewohnt zielsicher bahnte Bürgermeister Felix Geider zur Feier des Ereignisses beim Anstich des ersten Fasses Freibier mit lediglich einem Hammerschlag auf den Zapfhahn dem schäumenden Gerstensaft den Weg ins Freie.
In Tiefenbach wurde die Aufstellung des Maibaums beim Rathaus einmal mehr vom Heimatverein koordiniert. Bei der Zeremonie ließen wie in Vorjahren die einheimischen Handwerker die Muskeln spielen und brachten die symbolträchtige Frühlingspflanze im Nu in die gewünschte Position. Mit Blasmusik von der Kapelle des örtlichen Musikvereins und Liedbeiträgen des Katholischen Kirchenchors wurde das Freiluftspektakel wirkungsvoll umrahmt. Die zahlreichen Schaulustigen wurden beim anschließenden Maifest des Heimatvereins auf dem Dorfplatz von Bürgermeister Geider, Ortsvorsteher Thomas Behr und Vorstand Mathias Dewald willkommen geheißen und blieben gerne noch einige Zeit in geselliger Runde zusammen.
In Odenheim musste das traditionelle Maifest der „Katzbachbuwa Odna“ wegen der gegenwärtig noch andauernden umfangreichen Tief- und Straßenbauarbeiten in der Forsthausstraße dieses Jahr notgedrungen in die Mehrzweckhalle des Arbeitskreises Odenheimer Vereine (AOV) verlegt werden. Der Odenheimer Maibaum, ansonsten üblicherweise der größte im ganzen Stadtgebiet, wurde heuer ebenfalls „indoor“ in der Mehrzweckhalle aufgestellt und fiel daher ausnahmsweise etwas kleiner aus als sonst. Der Stimmung bei den Besuchern des Maifests der Katzbachbuwa, darunter auch Bürgermeister Geider und Ortsvorsteher Thomas Krapp, tat das allerdings zur Freude der Verantwortlichen keinerlei Abbruch. Nach dem Ende der Veranstaltung soll der Odenheimer Maibaum in den kommenden Wochen vor dem örtlichen Rathaus seinen Platz finden.
Der Brauch des Aufstellens eines Maibaums hat sich einst im Spätmittelalter entwickelt und wurde damals zunächst als heidnisches Ritual angeprangert. Die erste überlieferte bildliche Darstellung von der Aufstellung eines Maibaums datiert aus dem Jahr 1550 und die besondere Kultpflanze steht seit jeher für Gedeihen und Wachstum sowie für Glück und Segen. Zu dem schmückenden Kranz und den farbigen Bändern kamen in späteren Zeiten je nach Region die Zunftzeichen der Handwerkerschaft sowie kleine Tafeln und Figuren dazu.
br.


















