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Steinerne Zeugen der Vergangenheit erzählen ihre Geschichte
Sammlung alter Grenzmarkierungen lädt zu einer Zeitreise ein
Über viele Jahrhunderte hinweg hatten Grenzsteine eine überragende Bedeutung, indem sie in der freien Landschaft bestimmte Herrschafts-, Besitz- und Rechtsgrenzen dauerhaft in den Blick rückten. Selbst wenn Grundstücks-, Gemarkungs- oder Landesgrenzen inzwischen längst über satellitengestützte Geoinformationssysteme bestimmt werden können, erfüllen Grenzsteine oder in ihrer Funktion vergleichbare andere Vermessungszeichen bis heute den Zweck, Grenzverläufe vor Ort physisch sichtbar zu machen.
In Östringen kann seit dem vorigen Herbst an einem beliebten Aussichts- und Rastplatz in der Feldflur unweit des sogenannten „Roten Kreuzes“ eine Sammlung historischer Grenzsteine aus dem Stadtgebiet besichtigt werden. Das außergewöhnliche Lapidarium geht auf die Initiative des pensionierten Pädagogen und passionierten Geologen Wolfgang Essig zurück. Schon seit etlichen Jahren ist Essig Mitglied des Freundeskreises des städtischen Heimatmuseums, bei dem in den zurückliegenden Jahrzehnten zahlreiche Grenzsteine aus alter Zeit abgegeben worden waren, die keinem bestimmten Standort mehr zugeordnet werden konnten.
Nachdem im Museum selbst keine Perspektive eröffnet werden konnte, die historischen Grenzzeichen angemessen zu präsentieren, entwickelte Wolfgang Essig im Auftrag von Museumsleiterin Gabriele Offner und mit Unterstützung des Freundeskreises schließlich das Konzept für eine frei zugängliche Ausstellung der kleinen Kulturdenkmale, für die auch bald ein passender Standort unmittelbar an einer von Spaziergängern, Wanderern und Tourenradlern gerne genutzten Wegeverbindung zwischen Östringen und Odenheim gefunden werden konnte.
Die Bedeutung der in die Grenzsteine eingemeißelten Zeichen und Buchstabenfolgen werden den Besuchern des Östringer Lapidariums durch großformatige Übersichtstafeln und kleine Hinweisbeschilderungen an den einzelnen Objekten nähergebracht. Mehr Informationen zum Thema gibt es im Internet auf www.museum-oestringen.de, der Website des Östringer Heimatmuseums.
Bei der Einweihung des neuen Grenzstein-Lapidariums der Kraichgaustadt im Rahmen des Aktionstags „Östringer Wanderlust“ war jetzt Bürgermeister Felix Geider vor zahlreichen Gästen voll des Lobes für das vorbildliche ehrenamtliche Engagement aller Beteiligten bei der Realisierung des Vorhabens. Das nachdrückliche „Dankeschön!“ des Rathauschefs galt dabei neben dem Initiator und Projektleiter Wolfgang Essig insbesondere Museumschefin Gabriele Offner und den übrigen Mitgliedern des Freundeskreises sowie darüber hinaus Alfons und Sonja Holzinger für die Bereitschaft, ihr privateigenes Grundstück für das Lapidarium zur Verfügung zu stellen, zudem Jens Neckermann für die gelungene Gestaltung der Schautafeln und insbesondere auch Hartmut Link, der mit einer großzügigen Spende die Anfertigung der Informations- und Hinweistafeln ermöglicht hatte.
br.








