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Närrischer Ausnahmezustand im Östringer Stadtzentrum
Fast siebzig Gruppen und tausende Zuschauer beim Fastnachtsumzug
In Östringen fiel die traditionsreiche Faschingsparade der Karnevalsgesellschaft Wicker-Wacker dieses Jahr auf den Valentinstag und nachdem die Wettergötter doch noch ein Einsehen mit den Fastnachtern hatten, gab es am Samstag gleich dreifachen Grund, dass die zighundert kunterbunt kostümierten Gecken der nahezu siebzig Wagen- und Fußgruppen mit den vielen tausend Schaulustigen am Straßenrand für Stunden ein Herz und eine Seele waren.
Der quietschfidele Gaudiwurm, der sich nach dem Takt der mitwirkenden Guggenmusiken sowie zahlreicher „rollender Discos“ durch die Ortsstraßen zwischen Kirchberg und Waldbuckel schlängelte, brachte die Aktiven und das Publikum im Nu in prächtige Stimmung. Schon beim Start in der Wiesenstraße, wo die Zuschauer teils in zwei oder drei Reihen die Strecke säumten, wurde die wuselige Narrenparade überschwänglich bejubelt. Im Gefolge von Umzugsminister Lars Breithaupt und dem Elferratswagen machten unter anderem schneidige Matrosen und charmante Zahnfeen gemeinsame Sache mit schrulligen Krampusse, knuffigen Pandabären und flauschigen „Pudeln im Rudel“ und tanzten drei Stunden lang übermütig-vergnügt durch die Straßen im Stadtzentrum.
Mit stolzgeschwellter Brust begrüßte Wicker-Wacker-Sitzungspräsident Markus Bender vom Elferratswagen aus die Zuschauer an der Strecke und in der Hinteren Straße stellte Moderator Ralf Bender von der Kanzel an der Kirchbergtreppe aus die Umzugsgruppen dem Publikum ausführlich vor.
Zu den wichtigsten Zutaten für die perfekte Rezeptur des Östringer Narrenkorsos zählen seit jeher die einfallsreichen und fantasievollen Kostümierungen der zahlreichen einheimischen Faschingsinitiativen sowie der vielen Gruppen aus den Nachbargemeinden, die ganz im Sinne des Umzugsmottos „Viel Schbass uff der Gass´“ jedes Jahr mit unfassbarer Kreativität ein neues Motiv wirkungsvoll in Szene setzen. Kein Wunder also, dass auch heuer anmutige Waldelfen entschlossen bei spacigen Astronauten unterhakten oder knallige Cowgirls trinkfeste „Woikings“ zielsicher ins Visier nahmen. Andere Kostümierungen wiederum waren trefflich aus Märchen, Film oder der Fantasy- und Comic-Welt entlehnt, so beispielsweise im Falle von Harry Potter, Super Mario oder den smarten „Star Wars“-Kriegern. Und eine Gruppe Eskimos, für die es „ab nach Grönland“ hieß, spielte beim Östringer Fastnachtsumzug auf eines der beherrschenden Themen der Weltpolitik der letzten Wochen an.
Erneut dabei waren auch die angehenden Östringer Abiturienten, die am Leibniz-Gymnasium demnächst im Finale von „13 Jahren Klassenkampf“ stehen und es sich jetzt dennoch nicht nehmen ließen, beim Wicker-Wacker-Umzug wieder in großer Zahl mit von der Partie zu sein – dieses Mal zum Thema „KABItalismus“.
Wie zu erwarten, war ob der kalendarischen "Punktlandung" vielen Gruppen des Östringer Umzugs der Valentinstag ein besonders Herzensanliegen, was in etlichen Varianten sehr fantasievoll in Szene gesetzt wurde. Beim Fastnachtskorso der Kraichgaustadt zeigte sich heuer auch ein weiteres Mal, dass die Teilnehmenden und die Zuschauer aus demselben närrischen Holz geschnitzt sind. So konnte man entlang der Route alle paar Meter beobachten, wie aufgeblasene Dinos, badische Geißen und zottelige Löwen mal schnell aus dem Narrenzug ausscherten und sich gemeinsam mit mehr oder weniger Bekannten am Straßenrand eine leckere kleine Stärkung in flüssiger Form gönnten.
Als der 27. Östringer Fastnachtsumzug sein Ziel auf dem Waldbuckel erreicht hatte, wurde bei der Blau-Weiß-Faschingsfete im Zelt vor dem Clubhaus der Östringer Fußballer noch lange weiter geschwoft und gefeiert.
Sowohl die Polizei wie auch die Feuerwehr und das Rote Kreuz trugen ebenso wie der für die Veranstaltung engagierte Sicherheitsdienst sowie der städtische Bauhof maßgeblich zum weitestgehend störungsfreien Ablauf des fröhlich-ausgelassenen Spektakels bei.
br.















































































