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Mit hundert Jahren geistig und körperlich noch topfit
Herbert Kornelius aus Odenheim feierte ganz besonderes Wiegenfest
Wissenschaftlern, die erforschen möchten, wie man gesund und agil ein sehr hohes Lebensalter erreichen kann, empfiehlt sich durchaus eine Visite bei Herbert Kornelius im Östringer Stadtteil Odenheim. Im Kreise seiner Familie sowie zahlreicher Freunde und Bekannten feierte Kornelius jetzt unlängst bei bester geistiger und körperlicher Gesundheit seinen hundertsten Geburtstag und die Gratulanten zeigten sich bei ihrem Besuch durchwegs verblüfft und beeindruckt vom Elan des Jubilars, der immer noch voller Tatendrang steckt.
Das Leben von Herbert Kornelius ist seit Kindesbeinen von seiner besonderen Leidenschaft für den Handballsport und zudem seit seinen frühen Jugendjahren von den Herausforderungen der Arbeitswelt geprägt gewesen.
Schon mit acht Jahren nahm ihn sein älterer Bruder Karl zur Leichtathletik sowie zum Turnen mit, aber schon bald wechselte Herbert innerhalb des örtlichen Turnvereins zur Handballjugend. Damals noch auf dem Großfeld im Freien, wuchs in Odenheim in jenen Jahren eine Spielergeneration ins Erwachsenenalter, die außergewöhnliche Erfolge im Feldhandball feierte und wesentlich zum Ruf von Odenheim als besonderer Handballhochburg in der Region beitragen konnte.
Bis zu seinem 50. Lebensjahr blieb Herbert Kornelius selbst aktiver Handballer und fungierte darüber hinaus beim Turnverein als Jugend- und Abteilungsleiter sowie Spielwart der Handballsektion und gehörte darüber hinaus außerdem lange Zeit der Vorstandschaft des Gesamtvereins an.
Den Schritt ins Berufsleben unternahm Herbert Kornelius bereits 1940 als 15-Jähriger mit dem Beginn der Ausbildung zum Feinblechner bei den Odenheimer Bolichwerken, einem damals wie heute weithin renommierten Leuchtenhersteller. 1943 wurde er mit siebzehneinhalb Jahren zum Militärdienst eingezogen und nach einer weiteren Ausbildung zum Flugzeugmonteur an der Fliegerschule Jüterbog bei Berlin, bei der er sich erhebliches zusätzliches Fachwissen über die Metallverarbeitung aneignen konnte, wurde Kornelius zum Kriegseinsatz an die Ostfront beordert.
Nach Kriegsende und der Entlassung aus der Gefangenschaft kehrte Herbert Kornelius in seinen Heimatort Odenheim zurück. Anfang 1951 heiratete der damals 25-Jährige seine Gattin Maria, in die er sich einst beim Tanzkränzchen im Saal des örtlichen Gasthauses „Blume“ verliebt hatte. 1953 und 1964 wurden die Tochter Rita beziehungsweise der Sohn Thomas geboren und auch zu den Enkelkindern Ruben sowie Julia-Marie pflegt Herbert Kornelius, der seit 2018 verwitwet ist, bis heute eine enge persönliche Verbindung.
Bei den Bolichwerken führte ihn sein beruflicher Werdegang in den Nachkriegsjahren unter den Fittichen von Firmengründer Eugen Bolich sowie später dessen Nachfolgern Karl und Erich Bolich von der Tätigkeit als versierter Facharbeiter bis zur Funktion als „rechte Hand“ der Unternehmensleitung. Seit Oktober 1961 Meister und Lehrlingsausbilder, unterwies Herbert Kornelius danach etliche Generationen junger Männer aus Odenheim und Umgebung im Metier des Feinblechners und bis heute ist er stolz darauf, dass kein einziger seiner „Azubis“ durch die Prüfung gefallen ist.
1993 trat Herbert Kornelius nach 53 Arbeitsjahren in den verdienten Ruhestand ein. Müßiggang war allerdings auch danach keineswegs angesagt, dafür sorgten neben dem großen Engagement beim Turnverein unter anderem auch der eigene Weinberg im Rebgebiet „Koschelter“ sowie die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Vorstandschaft der Odenheimer Winzergenossenschaft.
Eine besondere Leidenschaft von Herbert Kornelius gilt seit seiner Jugend der Rosenzucht und im eigenen Garten inspiziert er bis heute regelmäßig die von ihm selbst „veredelten“ Rosenzüchtungen.
Zum rundesten aller möglichen Wiegenfeste machte jetzt auch Bürgermeister Felix Geider dem Jubilar seine Aufwartung und gratulierte Herbert Kornelius im Namen der Stadt Östringen und der ganzen Bevölkerung herzlich zu dem außergewöhnlichen Ehrentag. Für die Zukunft wünschte das Stadtoberhaupt Herbert Kornelius vor allem weiterhin Gesundheit und Wohlergehen im Kreise seiner Familie. br.







