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Batteriegroßspeicher trägt zur Stabilität des Stromnetzes bei
Grünes Licht im Gemeinderat für Projekt bei der Kläranlage
Im rückwärtigen Bereich des Betriebsgeländes der Kläranlage Östringen soll schon bald ein sogenannter Batteriegroßspeicher errichtet werden. Der Gemeinderat der Kraichgaustadt erteilte jetzt unlängst mit einmütigem Votum sein Einvernehmen zum dementsprechenden Bauantrag des Waghäuseler Unternehmens W Power GmbH. Zur Realisierung des Vorhabens überlässt die Stadt der W Power GmbH pachtweise eine Teilfläche des Klärwerksgrundstücks, die nicht für Zwecke der Abwasserreinigung oder sonstige kommunale Vorhaben benötigt wird.
Mit einer Speicherkapazität von 20,7 Megawattstunden soll der neue Stromspeicher künftig einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der Elektrizitätsversorgung in der Region leisten und mit Blick auf den zunehmenden Anteil der Erneuerbaren Energien am „Strom-Mix“ die Flexibilität des Stromnetzes stärken.
Batteriegroßspeicher entstehen mittlerweile in ganz Deutschland in immer größerer Zahl und gelten als ein wichtiger Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Ein kontinuierlich zunehmender Anteil der Elektrizität kommt inzwischen aus erneuerbaren Quellen, das belegen auch die vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2024. Im nun zu Ende gehenden Jahr werden nach diesen Daten Erneuerbare Energien wie Wind und Photovoltaik bereits gut 55 Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs abdecken. Batteriegroßspeicher können nun, wenn beispielsweise die Sonne scheint oder der Wind weht, überflüssige Energie, die zu diesem Zeitpunkt nicht im Stromnetz benötigt wird, aufnehmen und dann wieder abgeben, wenn in den Nachtstunden oder bei Windflaute der Strombedarf die Energieerzeugung vorübergehend übersteigt.
Der Östringer Batteriespeicher der W Power GmbH kann direkt über das vis-à-vis an der Bundesstraße 292 auf Gemarkung Bad Schönborn gelegene Umspannwerk des Netzbetreibers Netze BW an das Stromnetz angeschlossen werden. Herzstück der neuen Anlage in Östringen wird eine Speicher-Systemlösung als Batteriecontainer sein, die über eine Leistung von 10,35 Megawatt verfügt. Die moderne Speicheranlage - in dieser Größenordnung und Leistungsfähigkeit eine der ersten ihrer Art in Baden-Württemberg - wird mit einer "Multi-Use Fahrweise" betrieben, damit kann sie wichtige Systemdienstleistungen wie Primärregelleistung und Sekundärregelleistung erbringen, aber auch für den Stromhandel eingesetzt werden.
Von der Wirtschaftlichkeit des neuen Stromspeichers profitiert die Stadt Östringen über die entsprechenden Pachteinnahmen für das zur Verfügung gestellte Gelände sowie über die Gewerbesteuer der in Östringen ansässigen Projektgesellschaft.
br.







