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Östringen plant großflächiges Nahwärmenetz

Wichtiger Impuls für eine nachhaltige Energieversorgung

Wie in der Dinkelbergstraße (Foto) werden auch in anderen Ortsstraßen Nahwärmeleitungen verlegtBei der zurückliegenden Sitzung des Östringer Gemeinderats nahm die Aussprache über das Für und Wider des schrittweisen Aufbaus eines kommunalen Nahwärmenetzes zum wiederholten Mal breiten Raum ein. Entsprechend der Empfehlung seines Ausschusses für Umwelt und Technik befürwortete das Stadtparlament nun am Ende seiner Debatte mehrheitlich mit 13 gegen 9 Stimmen, das Ausschreibungsverfahren für ein solches Projekt fortzusetzen und eine konkrete Planung für den Abschnitt des Siedlungsgebiets zwischen dem Bildungszentrum durch die Keltergasse zum Rathaus ausarbeiten zu lassen.

„Wir haben es heute mit einer durchaus richtungsweisenden Grundsatzentscheidung zu tun“, hatte Bürgermeister Felix Geider schon eingangs hervorgehoben, denn erstmals würde sich die Stadt, von der Wasserversorgung einmal abgesehen, mit dem Engagement für ein kommunales Nahwärmenetz auf das Feld der wirtschaftlichen Betätigung begeben.

Nach den bisherigen Analysen geht man in Östringen davon aus, dass die Schwelle des rentablen Betriebs einer solchen Nahwärmeversorgung bei einer Anschlussquote von 50 Prozent der entlang der Ausbaustrecke installierten Heizleistung erreicht wird. Die dort vorhandenen öffentlichen Einrichtungen, durchweg größere Immobilien wie Schulen, Kindergärten oder das Rathaus, repräsentieren nach den Darlegungen von Bürgermeister Geider allein schon 20 Prozent, die restlichen 30 Prozent, die für die Wirtschaftlichkeit des Nahwärmekonzepts benötigt werden, müssen somit bei den privaten Grundstückseignern des Einzugsgebiets akquiriert werden. Auch für die gibt es nach Einschätzung des Rathauschefs allerdings gute Argumente für einen Anschluss. So sei beispielsweise im eigenen Gebäude ein Wärmeerzeuger und gegebenenfalls auch ein Brennstofftank entbehrlich, laufende Kosten für Wartung und Instandhaltung eines hausinternen Heizsystems fielen nicht an, obendrein könne in vielen Fällen im Keller Platz für andere Nutzungen geschaffen werden und letzten Endes spare der Nahwärmeanschluss dem privaten Hausbesitzer auch persönliche Zeit.

Bei der Beratung im Gemeinderat wurde das Projekt in der vorgestellten Form nun vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Jürgen Lakatos demgegenüber eher skeptisch beurteilt. Die für eine Wirtschaftlichkeit der Nahwärmeversorgung notwendige Wärmeabnahme durch Privatgebäude erachtete Lakatos als unrealistisch und empfahl stattdessen, sich mit einem solchen Konzept beispielsweise auf das Bildungszentrum zu konzentrieren. Auch die Fraktionschefin der Sozialdemokraten im Gemeinderat, Ursula Wacker, sprach sich gegen das Vorhaben aus und monierte unter anderem das Fehlen von Vergleichsdaten aus anderen Kommunen. Klemens Haag von der Unabhängigen Liste hingegen signalisierte „trotz gewisser Risiken“ seine Zustimmung zu einem solchen aus seiner Sicht zukunftsweisenden Projekt - eine Einschätzung, die bei der Abstimmung am Ende der Ratsdebatte von der Mehrheit des Gemeinderats offenbar geteilt wurde. 

Dem Aufbau einer kommunalen Nahwärmeversorgung war bereits in dem 2015 vom Gemeinderat verabschiedeten Stadtentwicklungskonzept `Östringen 2030´ eine hohe Bedeutung beigemessen worden.

Entwurfskonzept für den Ausbau des Nahwärmenetzes Östringen.


 

[09.11.2017 / br]